Gemeinsame Exkursion mit “60plus” nach Frankfurt und Darmstadt
Fabian Pingel, am 30. Jul 2009 um 12:00
„Generationenübergreifendes Zusammenleben statt Dialog der Generationen zentrales Anliegen“
HOCHTAUNUS. „Wie können mehrere Generationen unter einem Dach zusammenleben?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt einer gemeinsamen Exkursion der Jusos Hochtaunus und der Arbeitsgemeinschaft „60plus“ der SPD Hochtaunus in zwei so genannte „Mehrgenerationen-Wohnhäuser“. Im Gespräch mit den Betreibern und Initiatoren der beiden Einrichtungen in Frankfurt und Darmstadt informierte sich die zehnköpfige Gruppe über die unterschiedlichen Konzepte der Häuser und besprach auch die Möglichkeit eines vergleichbaren Projektes im Hochtaunuskreis.
Erste Station des Tages bildete der Besuch der „Preungesheimer Ameisen“ in Frankfurt mit seinen 19 Bewohnerinnen und Bewohnern im Alter zwischen 50 und 80 Jahren. Die Philosophie des Hauses liegt in der Kombination von Eigenständigkeit – die Mieter haben eigene Wohnungen, es handelt sich um keine „Wohngemeinschaft“ – und dem Miteinander in Form von gemeinsamen Aktivitäten. „Dass in unserem Haus ausschließlich Menschen über 50 leben, liegt in dem Finanzierungsmodell des ‚Mietzinses’ begründet, das für jüngere Menschen und insbesondere Familien wenig attraktiv ist“, erklärte die Initiatorin Christiana Hanka die Altersstruktur des Hauses.
Um ein „echtes“ Mehrgenerationen-Wohnhaus handelte es sich bei der zweiten besuchten Einrichtung, dem Projekt „WohnSinn“ in Darmstadt. Es feierte im Jahr 2003 seine Eröffnung. Dort leben in 39 Wohnungen Menschen jeden Alters zusammen, darunter auch Behinderte. Die Wohnungen sind zu einem Drittel vermietet und zu zwei Dritteln durch ein eigentumsähnliches „Dauerwohnrecht“ an die Bewohner verkauft. Neben den Wohnungen verfügt die Einrichtung über eine Vielzahl an Gemeinschaftseinrichtungen, darunter ein Café, ein Pflegebad mit Sauna, eine Werkstatt und Gästezimmer, die von den Bewohnern genutzt werden können. „Besonders die Darmstädter Einrichtung zeigt eine interessante Perspektive, wie generationenübergreifendes Wohnen ermöglicht werden kann“, resümierte Uwe Kleinebrahm von der AG 60plus nach der Exkursion. Ein mögliches vergleichbares Projekt im Hochtaunuskreis habe die volle Unterstützung der Sozialdemokraten.
„Der Dialog der Generationen ist eines unserer zentralen Anliegen und Häuser wie diese leben vor, wie es funktionieren kann“, stellte auch Rebecca Schmidt, die Sprecherin der Jusos Hochtaunus, fest. So wurden von der sozialdemokratischen Nachwuchsorganisation und der Arbeitsgemeinschaft 60plus bereits in der Vergangenheit gemeinsame Aktivitäten durchgeführt, darunter der Besuch des Mehrgenerationenhauses in Wehrheim – einem Treffpunkt für Menschen jeden Alters ohne Wohnungen. Darüber hinaus nahmen Uwe Kleinebrahm und der Sprecher der AG 60plus, Horst Krüger, bereits an einem Kongress zum Thema Mehrgenerationenwohnen teil; Rebecca Schmidt war mehrfach im Agenda-21-Arbeitskreis ihrer Heimatstadt „Gemeinschaftliches Wohnen in Oberursel“ zu Gast, um sich einen Eindruck von den Arbeiten im Vorfeld eines solches Projektes zu verschaffen.
Weitere Informationen:
http://spd-hochtaunus.de
http://jusos-hochtaunus.de
http://preungesheimer-ameisen.de
http://wohnsinn-darmstadt.de







