Jusos besuchen Partnerdistrikt Gilboa in Israel

Gruppenfoto auf dem Mount Shaul. v.l.n.r.: Julia Plehnert (Darmstadt), Marco Abbé (Königstein), Stefanie Reckling, Lars Kieneck (beide Oberursel), Oliver Benz (Darmstadt), Tobias Gniza (Rockenberg), Daniel Reckling (Oberursel), David Palme, Josephine Bergmeier (beide Bad Homburg) sowie Ran Lev (Repräsentant des Districts Gilboa).
Ende Juli 2008 besuchte eine Delegation der Jusos den Distrikt Gilboa in Israel, mit dem der Hochtaunuskreis seit 1990 in Freundschaft verbunden ist. Die Kreistagsabgeordnete Stefanie Reckling freute sich: „Wir wurden in Gilboa sehr freundlich empfangen – der Besuch bleibt für uns unvergesslich“. Besonderen Dank gebührt hierbei Ran Lev, der die Juso-Gruppe im Namen der Verwaltung einen ganzen Tag unermüdlich durch seine Heimat führte.

Besuch des Kindergartens im Kibbuz Beit Alfa.

Mittagessen im District Gilboa.
Während des Tages in Gilboa besuchte die Juso-Gruppe das Kibbuz Beit-Alfa, ein arabisches Dorf im Distrikt und besichtigte die Sperranlage, die Israel an der Distriktgrenze vom Westjordanland trennt. In zweierlei Hinsicht der Höhepunkt des Tages war für die Gäste aus Deutschland der Blick von der Spitze des Mount Shaul. Hier bot sich den Jusos ein Blick weit über das grüne, meist nur „The Valley“ genannte Tal, in dem sich am Anfang des 20. Jahrhunderts die ersten jüdischen Siedler niederließen.

Der Felsendom auf dem Jerusalemer Tempelberg.
Der Besuch des Partnerdistrikts Gilboa war allerdings nur ein Aspekt des umfangreichen Programms des Jugendaustauschs. Unterstützt durch das Willy-Brandt-Zentrum in Jerusalem beschäftigten sich die Jusos vor Ort mit dem Thema „Minderheiten in Israel und Palästina“. Dabei fanden zahlreiche Treffen mit jungen Vertretern der beiden linken israelischen Parteien Awoda und Meretz sowie der palästinensischen Fatah-Jugend statt. Im kommenden Jahr werden die Jusos eine gemischte Delegation aller drei Parteien in Deutschland zum Gegenaustausch begrüßen dürfen.

Besuch eines Beduinendorfs in Palästina.
„Besonders interessant fand ich die Möglichkeit, auch Orte in den palästinensischen Autonomiegebieten besuchen zu können“, berichtet die Bad Homburgerin Josephine Bergmeier. Sowohl in Ramallah als auch in Bethlehem verbrachte die Gruppe jeweils einen Programmtag. Hier sprachen die Jusos über die schwierige Situation für Flüchtlinge, Frauen und Christen in den arabisch kontrollierten Gebieten. Besonders betroffen zeigten sich die Jungsozialisten von der Lebenssituation in einem Beduinendorf, das vor einigen Jahren der israelischen Siedlung Ma´al Adumim weichen musste und heute auf einer ehemaligen Abfalldeponie untergebracht ist.

Diskussion mit jungen Vertretern der Meretz-Partei.

Besuch bei Awoda (Arbeiterpartei).
Auf israelischer Seite interessierte sich die deutsche Delegation für die Schicksale ausländischer Arbeiter, Homosexueller und der arabischen Minderheit im Staat Israel. Neben vielen Gesprächsterminen in Jerusalem führte die Reise auch nach Tel Aviv. Die Gegensätzlichkeit des Landes imponierte Lars Kieneck, Oberursel, besonders: „In der Altstadt von Jerusalem sind die drei großen monotheistischen Religionen an allen Orten präsent; das Glockengeläut weckte uns am Morgen und die Gesänge des Muezzin führten in den Abend ein. Sehr zutreffend heißt es, dass in Jerusalem gebetet und in Tel Aviv gelebt wird – Tel Aviv, eine Großstadt, wie sie auch in Europa oder Amerika liegen könnte.“

Mauerübergang nach Palästina.
Überschattet wurde das Austauschprogramm tagtäglich durch die unmittelbaren Folgen des Nahost-Konflikts. Sicherheitschecks an Busbahnhöfen, Altstadtzugängen oder Einkaufszentren verzögerten den Programmablauf. Im Besonderen der Grenzübergang zwischen dem Staat Israel und den palästinensischen Gebieten gestaltete sich zeitintensiv. Seit wenigen Jahren trennt ein elektrischer Zaun sowie innerhalb Jerusalem eine sieben Meter hohe Mauer die beiden Territorien.

Israelische Separationsmauer an der Ostgrenze Jerusalems zu Bethlehem.
Den letzten Tag in Israel nutze die Gruppe als Erholungstag vor der Heimreise. Hierbei stand ein Ausflug zum Toten Meer auf dem Programm. Durch die Tragfähigkeit des Wassers, den Ausblick auf Jordanien sowie die klimatischen Bedingungen 400 Meter unter dem Meeresspiegel zeigten sich die Jusos beeindruckt.

Sonnenuntergang in der Wüste beim Toten Meer.
Neben dem Willy-Brand-Zentrum wurde die internationale Jugendbegegnung durch ConAct im Rahmen des Kinder- und Jugendplans des Bundes 2008 unterstützt.






