Braune Mülltonne für NPD
, am 08. Jan 2008 um 12:00
Am Sonntag, den 6. Januar 2008 hatte die rechtsextreme NPD vor, bei einer Hochtaunus-Tour Stimmen für die Landtagswahl zu gewinnen. Doch bereits kurz nachdem die NPD in Oberursel ankam wurde Marcel Wöll, Landesvorsitzender der Nationalsozialisten und sein Gefolge von der Grünen Jugend Hochtaunus (GJ) und den Jungsozialisten Hochtaunus (Jusos) mit einer Gegenkundgebung konfrontiert.
Doch anstatt die Passantinnen und Passanten davon abzuhalten, so genanntes Infomaterial der NPD entgegenzunehmen, forderten die beiden Jugendorganisationen diese speziell dazu auf. Danach sollten die Passantinnen und Passanten aber auch direkt den richtigen Platz für die Propaganda finden: „Wir haben eine braune Mülltonne aufgestellt, in die das braune Material geworfen werden kann, da wir überzeugt sind, dass ein Flyer mit solchem Gedankengut für niemanden, sondern einzig und allein für den Mülleimer eine Bereicherung darstellt.“ sagte Lars Stockmann, Sprecher der GJ.
Nachdem die Nationalsozialisten, in Oberursel vertrieben, in die Bad Homburger Louisenstraße verschwanden, erwarteten die GJ und die Jusos die Extremisten bereits.
Und immer mehr Bürgerinnen und Bürger gesellten sich zu den Gegendemonstranten und zeigten ihre Abneigung gegen Nationalsozialisten. Dabei ließen sich die Passantinnen und Passanten auch nicht davon abschrecken, dass die Rechtsextremisten mit zwei Kameras jeden Gegendemonstranten filmten.
„Dass unsere braune Tonne voll von bewusst weggeworfenen extremistischen Flyern war und fast niemand Infomaterial der NPD nach Hause genommen hat, zeigt, dass Nationalsozialisten hier nicht erwünscht und erst Recht nicht gebraucht sind“ sagte Stadtverordneter der SPD und Juso Daniel Reckling. Alexander Unrath, Sprecher der GJ Bad Homburg ergänzte mit dem Wahlaufruf: „Damit wir die Nationalsozialisten hier nicht öfters sehen müssen, ist es wichtig, dass Jede und Jeder wählen geht, denn für jeder Person, die nicht wählen geht, hat eine einzelne Stimme der NPD mehr gewicht.“ Die beiden Jugendorganisationen haben angekündigt, auch bei weiteren Veranstaltungen von Nazis diesen aktiv entgegenzutreten.






