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Jusos lehnen Ein-Euro-Jobs bei Kinderbetreuung abAllgemein
, am 25. Aug 2004 um 12:00
Die Jusos sind empört über die jüngsten Pläne der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit, die als Einsatzgebiete für die geplanten Ein-Euro-Jobs auch die Unterstützung bei Kinderbetreuung und Hausaufgabenhilfe in den Kindertagesstädten und Schulen in Betracht ziehen.
“Ich erwarte von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement, dass er sich von solchen Überlegungen sofort distanziert. Ein-Euro-Jobs mögen zwar für Langzeitarbeitlose sinnvoll sein, um wieder zu lernen, einen vollen Arbeitstag durchzustehen. Wenn wir jedoch im Bereich der Kinderbetreuung aus Kostengründen neben pädogigischen Fachkräften massiv ungelernte Helfer einsetzen, haben wir aus der PISA-Studie nichts gelernt”, warnt Juso-Sprecher Till Karsten.
Laut Karsten besteht die Gefahr, dass die neuen Kräfte – im Gegensatz zu Praktikanten oder Teilnehmern des Freiwilligen Sozialen Jahres – bei der Erziehung und Betreuung auf ihre eigene Erfahrung zurückgreifen, anstatt auf die ausgereiften und abgesprochenen Konzepte der gelernten Erzieher. Außerdem befürchtet er, dass durch die neuen Ein-Euro-Jobs Arbeitsplätze eher abgebaut als geschaffen werden, auch wenn die neuen Kräfte nur zusätzlich eingesetzt werden sollen.
Dass Kinderbetreuung mehr als bloßes Schäfchenhüten ist, hat Stefanie Schneider, ebenfalls Juso-Sprecherin, während ihres freiwilligen sozialen Jahres im Kindergarten persönlich feststellen können: “Die Betreuungsstätte hat ein pädagogisches Angebot zu leisten. Dabei muss auf die Kinder individuell zugegangen werden. Dies ist durch ungelerntes Personal nunmal leider nicht zu leisten.”
Auch Heike Möller von den Jusos Steinbach kämpft für eine Aufwertung ihres Berufs: “Ich habe eine fünfjährige Ausbildung als Erzieherin absolviert. Nun sollen nach den Plänen der Bundesregierung ungelernte Langzeitarbeitslose meine Aufgaben übernehmen.” Dabei betrachtet sie die durch den Kindergarten geleistete pädagogische Betreuung gegenwertig wichtiger den je: “Immer mehr Mütter nutzen die Chance, Berufsleben und Kinderwunsch zu vereinen. Da liegt es an den Erziehern, Kinder aufzufangen.”
Die Jusos fordern die Bundesregierung auf, im Bereich der Kinderbetreuung keine Einsatzgebiete für Ein-Euro-Jobs zu schaffen. Kinderbetreuung sei nicht vergleichbar mit Stadtwäcjhtern, Parkpfleger oder anderen gemeinnützigen Aufgaben, sondern unabdingbar für die Zukunft unseres Landes und daher in professionellen Händen zu belassen.
Hier stellen die Jusos mit Bedauern fest, dass der Beruf des Erziehers in der Gesellschaft keinen hohen Stellenwert genießt und unterdurchschnittlich bezahlt wird. Im Vergleich zum Grundschullehrer verlangt der Beruf im Bereich der Hausaufgabenhilfe ebenfalls Fachwissen. Daher ist laut Jusos die Neuordnung der Ausbildung von ErzieherInnen und GrundschullehrerInnen anzustreben.






