Jusos Hochtaunus

Zu wenig Ausbildungsplätze sind zu wenig Ausbildungsplätze!

, am 05. Sep 2003 um 12:00

Zu den aktuellen Ausbildungsplatzzahlen erklärt der stellvertretende Juso-Bundesvorsitzende Björn Böhning heute in Berlin:

>>Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist nach den neuerlichen Veröffentlichungen der Bundesanstalt für Arbeit weiterhin äußerst kritisch. Derzeit besteht eine Ausbildungsplatzlücke von 113.100 fehlenden Ausbildungsstellen. Dies ist ein Skandal. Die Sommerpause mit ihren vielen Aktionen für mehr Ausbildungsplätze war ein Tropfen auf den heißen Stein. Schlimmer noch: Herr Clement scheint mit seiner Ausbildungstour lieber PR-Eigendarstellung zu betreiben, als die Ausbildungsmisere nachhaltig anzugehen.<<

Mit diesen Zahlen ist es fast sicher, dass Ende September eine große Ausbildungsplatzlücke geben wird. Nun muss sich zeigen, ob die Bundesregierung zu ihrem Wort steht: >>Jeder Jugendliche erhält einen Ausbildungsplatz durch die Einführung der Ausbildungsplatzumlage.<<

Die Jusos wendeten sich auch gegen leere Versprechen des Bundeswirtschaftsministers. Die vorgeschlagene Alternative entweder einen Ausbildungsplatz oder ein Praktikum zu erhalten, geht nicht auf – die Botschaft der Regierung an junge Ausbildungsplatzsuchende scheint zu lauten: >>Ihr wollt Zukunftschancen? Wir geben euch Parkbuchten.<<

Die Jusos schlagen vor, die Ausbildungsumlage über eine gesetzliche Unterstützung von tariflichen Ausbildungsvereinbarungen umzusetzen. Dabei sollen je nach den Bedarf zwischen den Tarifparteien Ausbildungsplatzzielzahlen in den Tarifverträgen festgelegt werden. Erst wenn die Arbeitgeber diese Zahlen nicht erfüllten, würde eine gesetzliche, branchenspezifische Umlage in Kraft treten, von der über Bedarf ausbildende Betriebe profitieren.

>>Eine so ausgestaltete Ausbildungsplatzumlage ermöglicht Ausbildungsverbünde und eine gute Feinabstimmung zwischen den Tarifparteien. Derzeit fehlt aber leider der politische Wille: Es gibt nach wie vor keinen Referentenentwurf für die Ausbildungsplatzumlage. Blockiert wurde lange genug: An die Arbeit, Herr Clement!<<

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