Jusos empört über den Plakat-Skandal
, am 28. Aug 2002 um 12:00
Die „spießigste Stadt Deutschlands“ ist wieder um einen Skandal reicher. Dies finden zumindest die Jusos Hochtaunus, nachdem den Königsteiner Grünen eine Verfügung des Ordnungsamtes ins Haus geflattert war.
Diese untersagte den Grünen, weiterhin das Plakat zu verwenden, mit dem sie im Bundestagswahlkampf für die gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften wirbt.
Mittlerweile wurde diese Verfügung von Bürgermeister Siegfried Fricke (CDU) persönlich wieder aufgehoben – offensichtlich konnte ihn der Besuch von Claudia Roth, der Bundesvorsitzenden von Bündnis 90 / Die Grünen, heute morgen überzeugen. Gestern nämlich stellte er sich auf Nachfrage der Taunus-Zeitung noch vor seinen Ordnungsamtsleiter, der diese Verfügung erlassen hat. Er habe im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen gehandelt.
„Dies zeugt nicht nur von offensichtlich mangelndem Kunstverständnis, da sich das Motiv an ein sehr bekanntes Gemälde aus dem Louvre anlehnt, sondern ist wieder einmal ein Zeichen für die im Vordertaunus weit verbreitete Intoleranz“ kommentiert Daniel Reckling, der Vorsitzende der Jusos Hochtaunus, die Provinzposse, die heute morgen sogar Kamerateams von HR, RTL und Sat1 nach Königstein führte.
„Dies ist ein massiver Einschnitt in die Meinungsfreiheit und eine Missachtung der politischen Korrektheit“, empört sich David Dilmaghani. „Dass Toleranz im Vordertaunus nicht großgeschrieben wird, ist ja kein Geheimnis mehr. Schließlich verwehrt Fricke Schwulen und Lesben ebenso wie sein Kollege Krämer (CDU) aus Oberursel das Trauzimmer. Aber das ist der Gipfel der Unverschämtheit und zeigt einmal mehr die Engstirnigkeit des konservativen Bürgermeisters.“






